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Gebirge

Aufgaben und Ziele der Professor Dr. Werner Maaßen Stiftung

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Die 2007 gegründete Professor Dr. Werner Maaßen Stiftung fördert Bildung,
Forschung und praktische Angebote im Bereich seelisch-geistiger Gesundheit.
Ihr Anliegen ist die Vermittlung wichtiger Ressourcen für die Gesundheit. Bei den geförderten Maßnahmen soll vorhandenes Wissen aus Medizin, Psychologie und Philosophie neu verknüpft werden.

Die von der gemeinnützigen Stiftung geförderten Projekte  unterstützen Menschen darin, ihr Leben im Hinblick auf Gesundheit und Lebenszufriedenheit kompetent zu gestalten. Sie sollen von innen her für die gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen gestärkt werden, um selbstverantwortlich und zuversichtlich handeln zu können.

Die Stiftungsmittel ermöglichen es Hilfesuchenden, Fortbildungen und Beratungs­angebote unabhängig von ihrem Einkommen zu nutzen.

Langfristiges Ziel der Stiftung ist es, einen Regenerations- und Lernort zu ermöglichen: In wohltuender Umgebung könnten dort Menschen in ihrer Entwicklung von Motivation und Handlungskompetenz in Bezug auf ihre Gesundheit unterstützt und professionell begleitet werden.

Seit 2013 ist die Stiftung ein Stiftungsfonds der Dachstiftung für individuelles Schenken in der GLS Treuhand e.V.. Der Stiftungsfonds ist rein fördernd tätig und die Maaßen-Stiftungs-gGmbH ist sein Kooperationspartner für die operative Arbeit.

Im Folgenden beschreiben wir unser Verständnis von Gesundheit und die Ansatzpunkte unserer Arbeit.

Die geistig-seelische Gesundheit zu stärken, wird immer mehr zu einer wesentlichen Aufgabe für die Gesellschaft und jeden Einzelnen.

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO werden Depressionen bis 2020 weltweit zu den zehn häufigsten lebensverkürzenden Erkrankungen zählen.
Der demografische Wandel bewirkt längere Lebensarbeitszeiten. Vielen berufs­tätigen Menschen fehlen jedoch die persönlichen Ressourcen, um für eine intensivere und länger dauernde Arbeitsbelastung gerüstet zu sein. Durch die zunehmende Vernetzung der globalisierten Welt schwindet zudem die Durchschaubar­keit und Gestaltbarkeit der eigenen Lebensumstände. Das Empfinden von Sinn, Verstehen und persönlichen Bewältigungsmöglichkeiten
sind aber zentrale gesund­heitliche Schutzfaktoren. Wenn diese instabil werden, steigt die gesundheitliche Belastung stark an.

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Aktuelle Daten

Blüte

In einer bundesweiten Repräsentativumfrage des Deutschen Gewerkschafts­bun­des zum DGB-Index »Gute Arbeit 2012« erklärte mehr als die Hälfte der 4.895 be­fragten ArbeitnehmerInnen, sie fühlten sich bei der Arbeit gehetzt oder gestresst. Zwanzig Prozent machen mindestens zehn Überstunden pro Woche. Leer und ausgebrannt fühlen sich laut DGB-Studie 44 Prozent der Beschäftigten sehr häufig, oft auch nach der Arbeit.

Die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen ist nach Auskunft des Bundesarbeitsministeriums zwischen 2001 und 2010 um 60 Prozent gestiegen. Laut eines unveröffentlichten Berichtes der Deutschen Rentenversicherung (DRV) sind psychische Erkrankungen mit 38 Prozent mittlerweile der Hauptgrund für einen unfreiwilligen Vorruhestand noch vor Herz-/Kreislauf- und Krebserkrankungen.
Laut Bericht der Bundespsychotherapeutenkammer vom Oktober 2011 liegt das Durchschnittsalter bei Frühberentungen aufgrund psychischer Erkrankungen bei 48 Jahren. Frühberentungen aufgrund körperlicher Erkrankungen erfolgen durch­schnittlich drei Jahre später.

Psychische Erkrankungen werden inzwischen besser erkannt und die Diagnose »Depression« ist erfreulicherweise inzwischen weniger stigmatisierend. Deshalb ist der oben ausgeführte Anstieg der Zahlen nicht eins zu eins mit einem Anstieg der Erkran­kungen gleichzusetzen. Gleichwohl entstehen für Unternehmen und Volkswirt­schaft Kosten in Milliardenhöhe und die persönlichen Einschnitte bei den Betrof­fenen sind hoch und schmerzlich. Das Thema ist so brisant, dass die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) die psychische Gesundheit in der Arbeits­welt von 2013 bis 2018 zu ihrem Thema machen will.

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Reaktionen des Körpers:
Ständig veränderte Umweltanforderungen führen zu Alarm im Stress-System

Erhöhter persönlicher Einsatz bis hin zum Burn-out kann als ein Anpassungs­versuch an die Lebensbedingungen und Anforderungen dieser Zeit gesehen werden und ist kein »Versagen« des Einzelnen.

Wir sind mit permanenten und gravierenden Veränderungen der Lebensverhältnis­se konfrontiert. Sie geschehen zu schnell und zu häufig, um jeweils Veränderungs­signale im epigenetischen System zu bewirken, so dass wir für ihre Bewältigung (noch) nicht ausgestattet sind. Aufgrund vielfältiger Faktoren, die sich untereinan­der verstärken, befinden sich Menschen in dauernder Alarmbereitschaft. Unser Stresssystem ist aber nur für kurzfristige Bedrohungssituationen ausgelegt und muss sich danach wieder erholen können, wenn es auf Dauer intakt bleiben soll. Dauerhaftes Stresserleben kann zu gravierenden Fehlregulationen des Nerven­systems und psychosomatischen Beschwerden führen.

Reaktionen der Seele:
Existentielle Unsicherheit kann Sinnkrisen auslösen

Auch immer mehr jüngere Menschen leiden unter diesen gesundheitlichen Belas­tungen. Studien zeigen, dass etwa Studierende zum Teil höhere Stresswerte auf­weisen als Patienten, die wegen Depressionen oder Angststörungen in Behandlung sind. Zudem schwindet in der globalisierten Welt die Zuversicht, dass Leistung den sozialen Aufstieg sichert. Zahlreiche Menschen erleben zunehmend existentielle Unsicherheit, die ihrerseits Sinnkrisen verursachen kann.

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Die Antwort der Maaßen-Stiftung

Waage

In dieser Zeit, in der psychische und psychosomatische Erkrankungen immer
mehr zunehmen, engagiert sich die Maaßen Stiftung dafür, zu einer umfassenden Lebens- und Gesundheitsqualität beizutragen. Sie möchte das Bewusstsein dafür schär­fen, dass jeder von uns selbst viel für seine seelische Widerstandskraft tun kann und will sich gleichzeitig für nötige gesellschaftliche Veränderungen einsetzen.
Mit der Entwicklung eines eigenen Projektes zur Stressbewältigung und Burn-out-Prophylaxe hat die Stiftung 2008 Pionierleistung erbracht. Die große Bedeutung des Themas erkannten viele Mediziner, Arbeitgeber, Kranken- und Rentenver­sicherungen erst ab 2010, was einen anhaltenden Medienboom auslöste. Auch zuvor gab es warnende Stimmen, die aber noch kein Gehör fanden.

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Das Gesundheitsverständnis der Stiftung

Die Stiftung bezieht sich in ihrer Arbeit auf Erkenntnisse der Salutogenese- und Resilienzforschung.
Sie betrachtet Gesundheit als die Fähigkeit, äußeren und inneren Anforderungen mit eigenen Ressourcen zu begegnen und immer wieder eine Balance finden zu können. Dieser Gesundheitsbegriff umfasst Wohlbefinden, Sinn(stiftung), Identität und positive Orientierung mit. Die Fähigkeit, sein Leben zu strukturieren und auf wechselnde Herausforderungen sinn- und wachstumsorientiert zu reagieren, wird als eine wesentliche Quelle für die Bewältigung von Lebensanforderungen gese­hen. Diese Sichtweise betont die Bedeutung von Fähigkeiten zur Selbstwahrneh­mung, -reflexion und -veränderung sowie zur Klärung zentraler persönlicher Werte und Ziele. Die geförderten Projektinhalte entsprechen dieser Auffassung.

Motivation für Veränderungen setzt Handlungswissen voraus: Zwar gab es noch nie so viel Wissen über Krankheitsursachen, gesunde Lebens­füh­rung, Bewegung, Ernährung und Stressmanagement wie in der heutigen Ge­sellschaft, dennoch bleibt die Umsetzung dieser Erkenntnisse oft weit hinter die­sem Wissen zurück. Um Motivation und Engagement für Veränderungen zu entwi­ckeln, brauchen ­
Men­schen außer kognitivem Wissen auch emotionale Kom­petenz und Handlungs­wis­sen. Dieses gliedert sich in drei Bereiche:

  • Selbstachtung: Dazu gehört auch der Wert der persönlichen Gesunderhaltung.
  • Beziehung zu anderen: Dazu zählen die gelingende Gestaltung von Kommunikation sowie Emotions- und Konfliktregulation.
  • Auseinandersetzung mit zentralen Lebensfragen wie Sinn und Werte sowie eigene Grundüberzeugungen in philosophisch-spirituell-religiöser Hinsicht.
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Auch bei Grenzerfahrungen – wie zum Beispiel bei einer lebensbedrohlichen ­Erkrankung – sind Menschen auf dieses Handlungswissen angewiesen, um ihre Situation annehmen und bewältigen zu können. Ebenso lassen sich die Heraus­forderungen des Alterns und der Vergänglichkeit konstruktiver annehmen, leben­diger gestalten und als sinnvoll empfinden, wenn der Einzelne über entsprechende Kompetenzen verfügt.

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Die Bedeutung der Umwelt

Die Stiftung versteht die individuelle Gesundheit des Menschen als unmittelbar mit der Gesundheit der Umwelt verbunden. Deshalb liegt ihr daran, die Verantwortung für einen nachhaltigen Umgang mit der Lebens- und Gesundheitsressource Natur zu fördern.

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Erfüllen der Stiftungsaufträge:
Forschung, Bildung und praktische Anwendung

Seit 2012 ist die Stiftung ein Stiftungsfonds in der Dachstiftung für individuelles Schenken in der GLS Treuhand e.V.. Die gemeinnützige Maaßen-Stiftungs-gGmbH ist für die Organisation und Durchführung der vom Stiftungsrat beschlossenen Projekte und Maßnahmen verantwortlich.

Ihren Bildungsauftrag erfüllt die Stiftung durch die Förderung von Kursangeboten, Einzelberatungen sowie Weiterbildungen in Bildungseinrichtungen.

Ihren Forschungsauftrag setzt die Stiftung in Kooperation mit dem Generation Research Program (GRP) der Ludwig-Maximilians-Universität München um.
Das GRP übernahm in den Jahren 2009 – 2012 die Evaluierung des Projekts zur Stressbewältigung und Burn-out-Prophylaxe.
Über Nachgespräche zu allen Kursangeboten und qualitative Interviews lässt die Stiftung fortlaufend die Effektivität der von ihr geförderten Angebote prüfen und
entwickelt ihre Arbeit kontinuierlich weiter.
Außerdem unterstützt sie ausgewählte Forschungsprojekte und Veröffentlichungen im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten.

Die Maaßen-Stiftungs-gGmbH  bietet selbst Kurse,Weiterbildungen und Vorträge an. Sie arbeitet mit Ärzten und Beratungsinstitutionen zusammen. Im Herbst 2014 richtet sie in Steinen ein Beratungstelefon und einen Beratungsdienst zur Burn-out Prävention ein. Aus den Stiftunsgmitteln unterstützt die gGmbH zudem Einzelpersonen, die aus seelischen Gründen hilfebedürftig sind und zur Wahrnehmung von Hilfsangeboten finanzielle Unterstützung benötigen.

Zum Weiterlesen

Unter Kurse • Beratungen • Vorträge finden Sie Informationen zu den geförderten Angeboten sowie aktuelle Termine.
Unter Tätigkeitsberichte berichten wir über unsere Arbeit von 2008 bis 2012.
Unter Veröffentlichungen finden Sie die Evaluationen des GRP.

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